15.10.2026, | zns

Begleitende Pressemitteilung zum offenen Brief

Neurologen und Psychiater laden SPD-Gesundheitspolitiker zur Hospitation ein

 

Offener Brief kritisiert Termingarantie ohne zusätzliche Kapazitäten und warnt vor wirtschaftlichen Fehlanreizen

 

Berlin, 14.10.2026 – Mit einem offenen Brief unter dem Titel „Liebe alte Tante SPD, was ist bloß aus Dir geworden?“ reagieren auf das Primärversorgungskonzept der SPD-Bundestagsfraktion vom 13. Oktober 2026. Im Mittelpunkt steht die Belastung der Praxisteams: steigende Nachfrage, zunehmende Aggressionen an Rezeptionen und Telefonen sowie Personalengpässe treffen auf den politischen Vorschlag einer Drei-Wochen-Termingarantie.

 

„Kommen Sie einen Tag in unsere Praxen. Erleben Sie, wie unsere Teams arbeiten, und sagen Sie uns dann, wo wir die zusätzlichen Termine hernehmen sollen“, heißt es in dem offenen Brief. Die Einladung richtet sich insbesondere an den gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Christos Pantazis.

Die Verfasser kritisieren, dass der wachsende fachärztliche Bedarf durch Demografie, medizinischen Fortschritt und Ambulantisierung nicht mit einer entsprechenden Kapazitäts- und Finanzierungsstrategie beantwortet werde. Eine gesetzliche Termingarantie allein schaffe keine zusätzliche ärztliche Arbeitszeit.

 

Besonders kritisch sehen sie den Prüfauftrag der SPD, ambulante Krankenhausbehandlungen bei nicht fristgerecht vermittelten Facharztterminen möglicherweise zulasten der vertragsärztlichen Gesamtvergütung zu finanzieren. Dies zerstöre gewachsene Strukturen und belaste das GKV-System unnötiger Weise zusätzlich ohne die Versorgungskapazität tatsächlich zu erhöhen und die Versorgung zu verbessern.

 

Zugleich verweisen die Verfasser auf zusätzlichen wirtschaftlichen Druck durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Sie fordern eine Aktualisierung der Bedarfsplanung anhand realer Inanspruchnahme, eine medizinisch begründete Patientensteuerung, den Abbau unnötiger Zuweisungen und eine Entlastung der Praxisteams.

 

„Unsere Patienten und unsere Mitarbeiter stehen nicht auf unterschiedlichen Seiten. Sie leiden unter denselben strukturellen Problemen“, heißt es abschließend in dem Brief. Gerade die chronischen Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen, die wir über viele Jahre begleiten, verstehen sehr genau, was die Probleme verursacht und wer auch im Notfall an ihrer Seite steht.

 

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Der vollständige offene Brief ist abrufbar unter

2026-10-14_offener Brief SPD-Politik

 

Begleitende Pressemitteilung

Neurologen und Psychiater laden SPD-Gesundheitspolitiker zur Hospitation ein

2026-10-14_Pressemitteilung Einladung SPD-Gesundheitspolitiker

Über den Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN)

Der Berufsverband Deutscher Neurologen vertritt die Interessen und Forderungen aller neurologisch tätigen Ärzte in Praxis und Klinik, er setzt sich für die kontinuierliche Verbesserung einer patientenorientierten, neurologischen Berufsausübung ein.
Website BDN: www.berufsverband-neurologen.de

Über den Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN)

Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte vertritt die Interessen und Forderungen der neurologisch- psychiatrisch tätigen Ärzte und setzt sich für die kontinuierliche Verbesserung einer patientenorientierten, nervenärztlichen, neurologischen und psychiatrischen Berufsausübung ein.
Website BVDN: www.bvdn.de

Über den Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP)

Der Berufsverband der Deutschen Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie vertritt ein Leitbild des Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie, das sich auf die Gesamtheit psychischer und psychosomatischer Störungen fokussiert.
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